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Friday, August 19, 2022
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Trotz Nutzung des Internets schwindet das politische Interesse.

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In Deutschland sind Internetnutzer in den letzten 15 Jahren gegenüber Politik gleichgültiger und ungebildeter geworden. Während die Entwicklung des Internets ursprünglich zu einem Anstieg des politischen Bewusstseins führte, hat sich dieser Trend seit vielen Jahren umgekehrt. Inzwischen gilt: Laut einer aktuellen Erhebung des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung steigt die Internetnutzung ebenso wie die politische Gleichgültigkeit.

In Deutschland sind Internetnutzer in den letzten 15 Jahren gegenüber Politik gleichgültiger und ungebildeter geworden. Während die Entwicklung des Internets ursprünglich zu einem Anstieg des politischen Bewusstseins führte, hat sich dieser Trend seit vielen Jahren umgekehrt. Inzwischen gilt: Laut einer aktuellen Erhebung des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim (ZEW) steigt die Internetnutzung ebenso wie die politische Distanzierung.

Gleichgültigkeit macht sich breit

“Nach unseren Erkenntnissen waren die Internetnutzer von 2001 bis 2004 noch stärker politisch motiviert.” Bis 2010 ließ dieses Engagement nach, 2014 zeigten sich Internetnutzer erstmals weitgehend desinteressiert am politischen Diskurs“, sagt ZEW-Forscherin Irene Bertschek.

Durch das Internet sind neue Informationsquellen entstanden: Klassische Medien wie Tageszeitungen und Radiosender stellen heute Nachrichten und Informationen über Online-Plattformen bereit. Google aggregiert Nachrichten, aber Facebook, Twitter und andere erlauben die getrennte Veröffentlichung von Fakten und Meinungen. Dadurch hätten die Bundesbürger viel mehr Lernmöglichkeiten als vor dem Internet.

Die Wahlbeteiligung geht weiter zurück

Laut Bertschek ist die Wahlbeteiligung in den letzten 25 Jahren zurückgegangen, was auf ein nachlassendes politisches Interesse hindeutet. Laut Bundeswahlleiter ist die Wahlbeteiligung in Deutschland von 82,2 Prozent im Jahr 1998 auf 76,6 Prozent im Jahr 2021 zurückgegangen. Die Gründe dafür seien kompliziert.

Einerseits macht es die zunehmende Informationsflut im Internet den Wählern unmöglich, Informationen als wichtig oder unwichtig einzustufen und auf dieser Grundlage politische Urteile zu fällen. Die Beweggründe für die Nutzung des Internets haben sich jedoch im Laufe der Zeit weiterentwickelt. „Während das Internet zunächst vor allem der Informationssuche diente, kamen bis 2014 unzählige weitere Zwecke hinzu – Unterhaltung, Gaming und die Möglichkeit, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen“, ergänzt Bertschek.

Darüber hinaus hat sich die Demografie der Internetnutzer im Laufe der Zeit verändert. Anfänglich wurde das Internet hauptsächlich von hochqualifizierten Personen genutzt, um nach Informationen zu suchen und sich beruflich zu unterhalten. Inzwischen wird das Web, insbesondere seit dem Debüt der Smartphones im Jahr 2007, von allen Teilen der Öffentlichkeit genutzt, einschließlich Personen, die normalerweise nicht an Politik interessiert sind.

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