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Wednesday, September 21, 2022
HomeDie GesundheitDie Frist zur Beantragung von Krankengeld entfällt.

Die Frist zur Beantragung von Krankengeld entfällt.

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Die gesetzlich begrenzte Antragsfrist für Krankengeldanträge sorgte bei den Versicherten regelmäßig für Unmut. Krankengeld muss von den Krankenkassen z. B. gezahlt werden, wenn der Lohn nach 6 Wochen Krankheit nicht gezahlt wird, aber auch, wenn der Arbeitnehmer in den ersten 4 Wochen der Beschäftigung arbeitsunfähig ist. Beschäftigte in letzterer Situation versäumten häufig die einwöchige Antragsfrist für das Krankengeld, weil sie bis zum Monatsende mit Eingang des ersten Gehalts nicht verstanden hatten, dass der Arbeitgeber im Krankheitsfall nicht zur Lohnfortzahlung verpflichtet ist .

Werden die AU-Bescheinigungen digital versendet
Als der Gesetzgeber eine EDV-gestützte Übermittlung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen direkt vom ausstellenden Arzt an die gesetzlichen Krankenkassen gesetzlich vorsah, hatte er dieses Szenario im Auge. Das bedeutet, dass die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung der Krankenkasse nicht zu spät zugestellt werden kann. Ab dem 01.01.2021 wird die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung elektronisch übermittelt.
Aufgrund technischer Probleme bei der elektronischen Übermittlung zwischen Vertragsärzten und Krankenkassen wurde dieser Termin mehrfach verschoben und die Organisationen der Krankenkassen und Vertragsärzte einigten sich auf spätere Termine für die Umsetzung der elektronischen Übermittlung.

Zum Vorteil des Versicherten entschied der Richter

Mit Beschluss vom 19.01.2022 (Az. S 45 KR 575/21) hat das Sozialgericht Dresden die Begründung für dieses Verfahren aufgehoben. „Die jetzige Rechtslage ist notwendig und kann durch Vereinbarungen auf Verbandsebene nicht anders gehandhabt werden“, so das Gericht. Dass es ab dem 01.01.2021 kein elektronisches Verfahren zur Datenübertragung zwischen Ärzten und vertragsärztlichen Einrichtungen einerseits und Krankenkassen andererseits gab, liegt nicht im Verantwortungsbereich des Versicherten, as der versicherten Person wurde von vornherein das Recht zur Beschwerde beim Bundessozialgericht eingeräumt. Diese war nach Auskunft des Bundessozialgerichts bis zum 21. März 2021 nicht eingereicht worden.

Bei Fortbestehen dieser Rechtsprechung werden Krankengeldzahlungen der Krankenkassen ab dem 01.01.2021 nicht mehr wegen Versäumung von Antragsfristen verweigert.

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